+++ACHTUNG BETRUGSVERSUCH! Gefälschte Angebote zum Kauf von Vermögenswerten aus Insolvenz- und StaRUG-Verfahren, die angeblich von Schultze & Braun verschickt worden sein sollen. Gehen Sie nicht auf diese Angebote ein und setzen Sie sich im Schadensfall mit der Polizei in Verbindung.  +++ACHTUNG BETRUGSVERSUCH! Gefälschte Angebote zum Kauf von Vermögenswerten aus Insolvenz- und StaRUG-Verfahren, die angeblich von Schultze & Braun verschickt worden sein sollen. Gehen Sie nicht auf diese Angebote ein und setzen Sie sich im Schadensfall mit der Polizei in Verbindung.

Ordentlich aufgemöbelt: Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Deutschland

11. März 2026 Blog Insolvenzrecht Restrukturierung und Sanierung Wirtschaftsrecht

Seit 1924 werden bei CEKA in Alsfeld in Mittelhessen hochwertige Büromöbel hergestellt – aktuell und auch in Zukunft auf einer Produktionsfläche von über 30.000 qm und mit dem Großteil der Belegschaft. Der zwölfte Teil unserer Serie „Erfolgsfaktor Sanierung“. 

Eine Sanierung als Lehrstück

Die Sanierung von CEKA ist ein Lehrstück dafür, was dieses Vertrauen in der Praxis gepaart mit hochwertigen Produkten und Teamwork in der Sanierung bedeutet und leisten kann. Ausschlaggebende Faktoren für die Übernahme durch den polnischen Möbelhersteller .mdd waren die Investorensuche durch die M&A-Berater von Falkensteg und die enge Zusammenarbeit von Insolvenzverwalter Dr. Michael Lojowsky von Brinkmann & Partner und Distressed M&A-Experte Dr. Michael Rozijn von Schultze & Braun, der den Kaufvertrag erstellt und ausverhandelt hat. Das regional fest verwurzelte Traditionsunternehmen hatte im Sommer 2025 einen Insolvenzantrag gestellt. Grund für die finanzielle Schieflage war neben der generell angespannten wirtschaftlichen Situation – die Möbelbranche leidet unter der Konsumzurückhaltung der Menschen und der Krise am Immobilienmarkt – auch Lieferverzögerungen durch urlaubsbedingte Engpässe bei Zulieferern. Hinzu kam, dass der bisherige Gesellschafter, der CEKA 2012 aus einer ersten Insolvenz übernommen hatte, zuvor bereits einen Verkauf des Unternehmens angestrebt hatte. 

Klares Bekenntnis zum Produktionsstandort

Der kam nun zum 1. November 2025 mit der Übernahme von CEKA durch .mdd unter der Führung von Insolvenzverwalter Dr. Michael Lojowsky von Brinkmann & Partner zu Stande. Er hatte bereits kurz nach dem Insolvenzantrag die M&A-Berater von Falkensteg mit einer internationale Investorenansprache beauftragt, über die ein passender Partner gefunden werden sollte. „CEKA ist das Zentrum eines weitreichenden Netzwerks aus regionalen, nationalen und internationalen Zulieferern, Geschäftspartner und Kunden, die allesamt von einem Ende der Produktion in Alsfeld betroffen gewesen wären. Deshalb war es mir von Beginn an ein Anliegen, eine Lösung für den Produktionsstandort zu finden, die sowohl den Gläubigern als auch Mitarbeitenden bestmöglich gerecht wird“, sagt Dr. Lojowsky. „Maßgeblichen Anteil daran hatte die Arbeit des Falkensteg-Teams um Georg von Verschuer: Wir hatten sehr schnell drei bis vier Interessenten, von denen am Ende des Investorenprozesses gleichwohl nur einer übrig geblieben ist. Das ist in Insolvenzverfahren nicht ungewöhnlich, besonders war aber, dass es sich dabei um einen Investor aus dem Ausland gehandelt hat, der nahezu alle Mitarbeitenden übernommen und ein klares Bekenntnis zum Produktionsstandort Alsfeld abgegeben hat. Das Ergebnis für CEKA stellt gerade in der aktuellen wirtschaftlichen Situation einen großen Erfolg dar und freut mich sehr.“ 

Ein klar formulierter Ansatz

Nach der Übernahme können die Mitarbeitenden und der Standort Alsfeld wieder positiv in die Zukunft schauen. Der Übernehmer hat seinen Ansatz klar formuliert: Der Übernehmer „Wir investieren in die Zukunft von CEKA – sowohl in den Standort als auch in die Menschen. Unser Ziel ist es, die Stärken der CEKA zu bewahren und gleichzeitig neue Impulse für Innovation, Effizienz und Marktpräsenz zu setzen“, erklärt Michal Dabrowski, Geschäftsführer der CEKA PRO GmbH und Vorstandsvorsitzender der polnischen Dachgesellschaft .MDD Sp. z o.o.. Als CEKA PRO will das Unternehmen seine Kompetenz in den Bereichen Arbeitswelten und Akustik konsequent weiter ausbauen und auch der Service bleibt in gewohntem Umfang erhalten. CEKA PRO legt zudem auch weiterhin besonderen Wert auf Qualität – Made in Germany, Nachhaltigkeit sowie die kontinuierliche Weiterentwicklung des Sortiments im Sinne der Kunden.

Die vertragliche Basis für den gelungenen Übergang

Die vertragliche Basis für den gelungenen Übergang hat Dr. Michael Rozijn von Schultze & Braun geschaffen. „Die Besonderheit war in diesem Fall die Tatsache, dass einzelne Aspekte und Faktoren, die bei der Transaktion eine Rolle gespielt haben, wie bei einem Möbelstück als Teile zu einem Ganzen zusammengefügt und miteinander verbunden werden mussten: Die internationale Komponente, der Zeitdruck im Insolvenzverfahren, die Fragen zu den Arbeitsverhältnissen, aber gleichzeitig auch der Übergang der Produktionsmittel und-rohstoffe sowie der Betriebsimmobilie“, sagt der Experte für Distressed M&A. Besonders – und das definitiv im positiven Sinne – war bei der Transaktion zudem, dass im Anschluss an das Bieterverfahren beide Verhandlungsseiten sehr professionell, pragmatisch und schnell zusammengearbeitet haben. Es gab ein gemeinsames Verständnis für das, was man erreichen wollte, und alle waren von Anfang an fokussiert auf das Ergebnis: Den Abschluss der Übernahme. Daher verliefen die Verhandlungen sehr fokussiert und dogmatische Diskussionen über Klauselformulierungen blieben aus, was den Vertragsabschluss auf jeden Fall beschleunigt hat.“ Davon unabhängig soll mit einem weiteren Vertrag der Verkauf eines zweiten Grundstücks in der Nähe des Produktionsstandorts fixiert werden, das ebenfalls der insolventen Gesellschaft gehört hat. Der Insolvenzverwalter will es an die Stadt Alsfeld veräußern und dadurch zusätzliche Einnahmen für die Insolvenzmasse generieren.

Alle Teile ergeben ein Ganzes

Am Ende haben bei Vertrag und Sanierung alle Teile ein Ganzes ergeben – und die Produktion von hochwertigen Büromöbeln kann am Standort Alsfeld weitergehen. Der Fall CEKA zeigt aber nicht nur, wie entscheidend engagierte Insolvenzverwaltung und Investorensuche sowie präzise Vertragsarbeit für das Gelingen einer Sanierung ist. Er zeigt auch, welch wichtige Voraussetzung das Vertrauen in den Wirtschaftsstandort für einen Neuanfang mit Hilfe des Insolvenz- und Sanierungsrechts sind.

Über die CEKA PRO GmbH: Die CEKA PRO GmbH ist ein führender Anbieter von hochwertigen Büroeinrichtungen und Arbeitsplatzlösungen. Seit über einem Jahrhundert entwickelt CEKA PRO innovative Konzepte für moderne Arbeitswelten. Das Unternehmen verbindet Design, Funktionalität und Nachhaltigkeit und bietet ein breites Portfolio – von ergonomischen Schreibtischen und Stauraumlösungen über Akustiksysteme bis hin zu ganzheitlichen Raumkonzepten. CEKA PRO steht für Qualität „Made in Germany“ und begleitet Unternehmen bei der Gestaltung zukunftsfähiger Arbeitsumgebungen. 

Dr. Michael Rozijn

ist als Rechtsanwalt bei Schultze & Braun im Bereich Wirtschaftsrecht tätig. Er hat Rechtswissenschaften an der Universität Osnabrück und der Rijksuniversiteit Leiden/Niederlande studiert und ist Fachanwalt für IT-Recht. Seine weiteren Tätigkeitsschwerpunkte sind die Restrukturierungs- und M&A-Beratung, internationales Privatrecht sowie Handels- und Gesellschaftsrecht.