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Gusswerke Leipzig stellen Produktion ein

Leipzig. Der Automobilzulieferer Gußwerke Leipzig GmbH muss zum Monatsende seinen Betrieb einstellen. Einen entsprechenden Beschluss fasste heute der Gläubigerausschuss der insolventen Gießerei. Zuvor war auch der letzte verbliebene Interessent für eine Übernahme aus dem Investorenprozess ausgestiegen.

„Das ist ein bitterer Tag für uns und die Beschäftigten. Der heutige Beschluss markiert das Ende einer langen Gießerei-Tradition in Leipzig. Wir haben zusammen viele Monate für den Erhalt des Unternehmens mit voller Kraft und mit großer Geschlossenheit gekämpft. Aber die Vorgeschichte und die Umstände der jüngsten Insolvenz sowie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Geschäftsbetrieb und die Branche insgesamt haben die Suche nach Investoren zum Erliegen gebracht“, berichtet Insolvenzverwalter Rüdiger Bauch von Schultze & Braun.

Der letzte verbliebene Interessent hatte sich jüngst aus wirtschaftlichen Überlegungen aus dem Bieterprozess zurückgezogen. Eine Sanierung aus eigener Kraft, zum Beispiel über einen Insolvenzplan, ist für die Gußwerke Leipzig leider ebenfalls nicht möglich. Die für 2021 erwarteten bzw. avisierten Bestellungen reichten nicht aus, damit sich das Unternehmen selbst finanzieren könnte. „Insofern bleibt uns nur die Entscheidung, den Geschäftsbetrieb zum Monatsende einzustellen“, bedauert der Insolvenzverwalter.

Bauch hatte den Geschäftsbetrieb der Gußwerke Leipzig seit dem Insolvenzantrag am 21. Oktober 2019 fortgeführt. Am 1. Januar 2020 eröffnete das Amtsgericht Leipzig das Insolvenzverfahren. Parallel suchte die Beratungsgesellschaft PwC im Auftrag von Bauch intensiv nach einem passenden Investor. Mit mehreren Interessenten, unter anderem aus China, konnten die Gespräche weit vorangetrieben werden. Ein chinesischer Investor hatte kurz vor dem Lockdown im März sogar eine Absichtserklärung (LoI) abgegeben, die Verhandlungen konnten dann jedoch nicht weitergeführt werden.

Aufgrund der weltweiten Fabrikschließungen der großen Automobilherstellern verzeichneten die Gußwerke Leipzig im zweiten Quartal 2020 jedoch einen erheblichen Auftragsrückgang.
Hinzu kommt, dass die Gußwerke Leipzig seit Jahresbeginn deutlich höhere Energiepreise zahlen musste, nachdem die bisherige Begrenzung der Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) nicht verlängert wurde.

Nach der Entscheidung des Gläubigerausschusses wurden die rund 400 Beschäftigten über das Ende der Produktion mit Wirkung zum 30. September informiert. Die Abwicklungsarbeiten werden über diesen Zeitpunkt hinaus andauern, ebenso das Insolvenzverfahren. Daher wird ein kleines Abwicklungsteam zunächst im Unternehmen verbleiben und den Insolvenzverwalter bei der Schließung unterstützen. Die restlichen Mitarbeiter werden mit Ende des Produktionprozesses freigestellt.

Über Schultze & Braun
Schultze & Braun ist ein führender Dienstleister für Insolvenzverwaltung und Beratung im Sanierungs- und Insolvenzrecht. Mit über 600 Mitarbeitern an mehr als 40 Standorten in Deutschland und dem europäischen Ausland unterstützt Schultze & Braun Unternehmen vor Ort, bundesweit und international in allen rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

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