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ATLANTA setzt Restrukturierung unter Schutzschirm fort

Bietigheim-Bissingen, 12.Mai 2021  

Die ATLANTA Antriebssysteme E. Seidenspinner GmbH & Co. KG, ein auf die Entwicklung, Konstruktion und Herstellung von hochqualitativen Antriebssystemen spezialisiertes mittelständisches Familienunternehmen nutzt das Schutzschirmverfahren, um die 2019 begonnene Restrukturierung abzuschließen. Die Geschäftsführung hat beim Amtsgericht Heilbronn einen entsprechenden Antrag gestellt, dem das Gericht bereits gefolgt ist. Der Geschäftsbetrieb wird während des gesamten Verfahrens in vollem Umfang fortgeführt.

Das Schutzschirmverfahren bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, bei laufendem Geschäftsbetrieb ihre Finanzierung in enger Abstimmung mit den Gläubigern zügig neu zu ordnen. Dabei bleibt die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung.

Das Insolvenzrecht erlaubt dies in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. „Produktion, Vertrieb und Entwicklung gehen während der Eigen­verwaltung ohne Einschränkungen weiter“ betont die Geschäftsführerin Sabine Seidenspinner heute am Firmensitz des Unternehmens.

Für die Phase der Eigen­verwaltung ist der Sanierungsexperte Jan Metzner von der renommierten deutschen Restrukturierungskanzlei Elsässer in die Geschäftsführung eingetreten und wird die geschäftsführende Gesellschafterin Sabine Seidenspinner bei der Sanierung des Unternehmens unterstützen. „Atlanta ist ein im Kern gesundes und wettbewerbsfähiges Unternehmen mit einem erstklassigen Produktportfolio und hat im letzten Jahr wichtige und notwendige Schritte auf dem Weg zur Sanierung unternommen“, betont Metzner: „Das Schutzschirmverfahren bietet uns den geeigneten rechtlichen Rahmen, um die Sanierung in enger Abstimmung mit den Gläubigern zu Ende zu bringen und ATLANTA langfristig wieder auf eine solide finanzielle Basis zu stellen.“

Die Löhne und Gehälter der rund 290 Mitarbeiter sind für drei Monate über das Insolvenzgeld gesichert.

Die Ursache der Krise liegt in einem zweistelligen Umsatzeinbruch des gesamten Maschinenbaumarktes im Jahr 2019. Atlanta als Zulieferer des Maschinenbaus konnte sich diesem Trend nicht widersetzen. Damit verbunden waren erhebliche Verluste. Ein COVID 19 bedingter nochmaliger Umsatzrückgang im Jahr 2020 hat die Situation weiter verschärft, so dass trotz der eingeleiteten Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten und der Veräußerung einer Betriebsimmobilie weitere Verluste nicht verhindert werden konnten.

In der Eigen­verwaltung setzt das zuständige Amtsgericht einen Sachwalter ein. Dieser überwacht das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Als Sachwalter für ATLANTA wurde Herr Dr. Dietmar Haffa von Schultze & Braun bestellt.

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