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A. Maier Präzision unter dem Schutzschirm

St. Georgen. Der Automobilzulieferer A. Maier Präzision GmbH (AMP), ein Familienunternehmen in der fünften Generation, befindet sich in einer wirtschaftlichen Krise. Auslöser ist der massive Bestellrückgang in der Automobilbranche. Da sich hieraus stark negative Auswirkungen auf die Liquiditätsplanung ergaben, strebt das Unternehmen an, sich in einem so genannten Schutzschirmverfahren finanziell und betriebswirtschaftlich zu reorganisieren. Die Geschäftsleitung wird nun die verbesserten Möglichkeiten zur Sanierung von Unternehmen (ESUG) nutzen und einen Insolvenzplan ausarbeiten.

Neben dem Antrag auf Eigen­verwaltung wurde auch ein sogenanntes Schutzschirmverfahren beantragt. Das zuständige Amtsgericht Villingen-Schwenningen hat sämtlichen Anträgen stattgegeben. Damit hat die AMP nun die Gelegenheit, in Eigenregie einen nachhaltigen Sanierungs­plan zur Restrukturierung des Unternehmens vorzulegen. Dem weiteren Antrag, bevorrechtigte Masseverbindlichkeiten zu begründen, hat das Amtsgericht ebenfalls zugestimmt.

Durch die Anordnung des Schutzschirmverfahrens bleibt die AMP selbst handlungsfähig; sie ist weiterhin Herrin des Verfahrens. Neben dem Geschäftsführer Torsten Mann wird sich die KANZLEI NICKERT in den Sanierungsprozess einbringen. Damit steht auch das spezifische sanierungs- und insolvenzrechtliche Know-how im Eigen­verwaltungsverfahren zur Verfügung.
Antragsgemäß wurde seitens des Gerichts Herr Rechtsanwalt Dr. Dirk Pehl von der bundesweit tätigen Kanzlei Schultze & Braun in Achern/Rottweil als vorläufiger Sachverwalter beratend und begleitend zur Seite gestellt.

Mit der Volksbank Schwarzwald Baar Hegau sowie der Sparkasse Schwarzwald-Baar sind die finanzierenden Hausbanken die Hauptgläubigerinnen der AMP. Die Arbeitnehmer des Unternehmens sind mit dem Betriebsratsvorsitzenden Herrn Mercuri im vorläufigen Gläubigerausschuss vertreten. Weitere Mitglieder des vorläufigen Gläubigerausschusses sind Herr Dr. Müller-Seils von WMSW Warning Müller-Seils Wolf Partnerschaft von Rechtsanwälten mbB als Vertreter eines Lieferantenpools sowie Herr Martin Stumpe, Martin Stumpe AG, als Repräsentant der ungesicherten Gläubiger.

Für die nachhaltige wirtschaftliche und finanzielle Erholung der AMP wird es entscheidend sein, die vorliegenden Kundenaufträge trotz der eingetretenen Situation wie gewohnt zuverlässig, mängelfrei und pünktlich erfüllen zu können. Ferner wird ein nachhaltiges Fortführungskonzept zu erarbeiten sein.

Aktuell sind bei der AMP etwa 200 Mitarbeiter beschäftigt. Die Lohn- und Gehaltszahlungen sind über das Insolvenzgeld in voller Höhe sichergestellt. Die AMP gilt nicht umsonst als ein qualitätsstarkes und verlässliches Unternehmen. Gerade diese Verlässlichkeit wird die Stütze der gerichtlichen Reorganisation sein. Der Geschäftsbetrieb wird während des Reorganisationsverfahrens unverändert aufrechterhalten. Die Zahlung der neu ausgeführten Bestellungen ist sichergestellt.

Die AMP ist nach dem Standard DIN ISO 9001:2015 (Qualität), DIN ISO TS 16949 und DIN ISO 14001:2015 (Umwelt) zertifiziert. Sie genießt in der Fachbranche und bei ihren Kunden eine sehr hohe Reputation.

Die Kommunikation mit den Gläubigern und der Presse zum Verfahren wurde während des gerichtlichen Sanierungsverfahrens der KANZLEI NICKERT übertragen. Ansprechpartner ist Frau Rechtsanwältin Caroline Fingado, caroline.fingado (at) kanzlei-nickert.de.

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