Unternehmerische Sachspende


In der Praxis ist es an der Tagesordnung, dass gemeinnützige Organisationen nicht nur mit Geld, sondern auch mit Sachen unterstützt werden. Der Unternehmer spendet der Schule ein gebrauchtes Notebook oder der Kindermannschaft des lokalen Fußballvereins einen Satz Trikots. Für Veranstaltungen werden Lebensmittel und für eine Vereinstombola Sachpreise zur Verfügung gestellt. Bei alldem handelt es sich um Sachspenden.

Auch Sachspenden sind steuerlich abziehbar. Voraussetzung: Die gespendete Sache wird unmittelbar für den ideellen steuerbegünstigten Zweck des Vereins oder für den sogenannten Zweckbetrieb verwendet. Dazu gehört beispielsweise eine Tombola, wenn diese von den zuständigen Behörden genehmigt wurde und der Reinertrag hieraus unmittelbar und ausschließlich zur Förderung des steuerbegünstigten Zwecks oder für den Zweckbetrieb verwendet wird. Sachspenden für den wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb des Vereins, wie Vereinsfeste oder Basare, sind nicht begünstigt.

Spendenbescheinigung ist notwendig

Um die Sachspende steuerlich geltend zu machen, benötigt der Spender eine Spendenbescheinigung. Diese Bescheinigung muss nicht nur genaue Angaben bezüglich des gespendeten Gegenstandes enthalten, sondern auch weitere Daten wie Alter, Zustand und historischer Kaufpreis. Bei einer Sachspende mit einem Wert bis zu maximal 200 EUR gibt es eine Vereinfachungsregelung, nach der eine Spendenbescheinigung für den steuerlichen Abzug nicht zwingend notwendig ist.

Spenden Unternehmer oder Freiberufler Gegenstände aus ihrem Betriebsvermögen, werden diese daraus entnommen. Die Entnahme erfolgt in der Regel zum Teilwert (tatsächlicher Wert). Wird der Gegenstand für steuerbegünstigte Zwecke gespendet, darf die Entnahme nach § 6 Abs. 1 Nr. 4 S. 4 EStG auch zum Buchwert erfolgen. Diese Regelung sorgt dafür, dass bei dem Unternehmen kein Entnahmegewinn entsteht.

Was ist die Spende wert?

In der Bestätigung über die Sachzuwendung wird dem Unternehmer der Wert der Sachspende quittiert. Der Wert der Zuwendung entspricht dabei dem Entnahmewert bei dem spendenden Unternehmen zuzüglich der bei der Entnahme angefallenen Umsatzsteuer. Der Aussteller der Spendenbescheinigung sollte sich dazu von dem spendenden Unternehmen den Buchwert und die angefallene Umsatzsteuer bescheinigen lassen und diese Bescheinigung der Zuwendungsbestätigung beifügen.

Unternehmen sollten allerdings berücksichtigen, dass Sachspenden bei ihnen grundsätzlich der Umsatzsteuer unterliegen und eine Umsatzsteuerschuld auslösen. Die Umsatzbesteuerung dient der Kompensation eines vorangegangenen Vorsteuerabzugs. Basis für die Umsatzsteuer ist dabei nicht der Entnahmewert laut der Spendenbescheinigung. Vielmehr ist Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer der Verkehrswert der Sache zum Zeitpunkt der Spende. Das gilt sowohl für angeschaffte wie auch für selbst hergestellte Sachen.

Eine Besonderheit gilt für Sachen, die nicht mehr verkäuflich sind. Für derartige Sachspenden beträgt der umsatzsteuerliche Entnahmewert 0 EUR. Korrespondierend hierzu ist auch der Wert der Sachspende 0 EUR. Für unverkäufliche Waren kann demzufolge mangels eines Spendenwertes keine Zuwendungsbestätigung ausgestellt werden. Die Finanzverwaltung nennt als Beispiele hierfür Lebensmittel kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums, mängelbehaftete Frischwaren (Obst und Gemüse) oder schadhafte Non-Food-Artikel.

Ein Beispiel zur Erläuterung:

Ein Unternehmer stattet sein Unternehmen mit einer neuen Computeranlage aus. Statt die alte Computeranlage zu verkaufen oder zu entsorgen, spendet der Unternehmer diese an einen Verein. Der Buchwert der alten Computeranlage beträgt 1 EUR. Bei einem Verkauf der Computeranlage könnte der Unternehmer noch einen Preis von 500 EUR erzielen.

Der Unternehmer entnimmt die Computer-Anlage aus seinem Betriebsvermögen und spendet diese unmittelbar nach der Entnahme dem Verein. Die Entnahme erfolgt zum Buchwert von 1 EUR. Die Umsatzsteuer auf die Spende beträgt 95 EUR (19% von 500 EUR).

Der Wert der Zuwendungsbestätigung beträgt 96 EUR (1 EUR Buchwert + 95 EUR Umsatzsteuer). Der Unternehmer kann im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung Sonderausgaben in Höhe von 96 EUR ansetzen. Ebenso mindert der Spendenwert die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer um 96 EUR. Der Unternehmer muss auf die Spende Umsatzsteuer in Höhe von 95 EUR an das Finanzamt zahlen.

Fazit:

Unternehmer, die Sachwerte aus dem Betriebsvermögen spenden, müssen auf jeden Fall die Umsatzsteuer berücksichtigen, wenn das Wirtschaftsgut ursprünglich mit Vorsteuerabzug erworben wurde. Der Wert der Spende entspricht dem Entnahmewert bei dem spendenden Unternehmer zuzüglich der angefallenen Umsatzsteuer. Nur dieser Wert darf im Rahmen der Ertragsteuer zum Abzug kommen. Bemessungsgrundlage für die Umsatzsteuer ist nicht der Entnahmewert beim Unternehmer sondern vielmehr der Verkehrswert der Sache. Ob eine Sachspende auf Grund der Umsatzsteuer überhaupt sinnvoll ist, muss für den jeweiligen Einzelfall separat entschieden werden.

Anders ist es bei Sachspenden aus dem Privatvermögen: Hier ist immer der Marktwert der gespendeten Sache für die Spendenbescheinigung maßgebend. Umsatzsteuer wird in diesem Fall nicht erhoben.

Steuerberater Matthias Wolf, Dipl.-Kaufmann (FH)


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