- Kikripp bleibt bis mindestens Ende Juni geöffnet – Investoreneinstieg weiterhin möglich
- Weiterführung ab Juli ohne Investor wirtschaftlich nicht möglich – Kita-Betrieb würde mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wieder unter Vollkosten Verluste erwirtschaften
- Abstimmungen zwischen vorläufigem Insolvenzverwalter und Vertretern der Stadt Villingen-Schwenningen zur Zukunft der Betreuung der Kinder – Mitarbeitende und Eltern sind informiert
Villingen-Schwennigen. In der Kindertagesstätte Kikripp im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen läuft der Betrieb im Juni regulär weiter. Dem vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Dirk Pehl von der deutschlandweit aktiven Kanzlei Schultze & Braun ist es gelungen, die Kinderbetreuung in der Einrichtung bis zur planmäßigen Eröffnung des Insolvenzverfahrens am 1. Juli 2026 sicherzustellen.
Investoreneinstieg weiterhin möglich
„Es freut mich sehr, dass wir die Kinderbetreuung auch im Juni ermöglichen können“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter. „Allerdings wird die Weiterführung im Juli und darüber hinaus maßgeblich davon abhängen, ob ein Investor für die Kikripp gefunden werden kann.“ Die Weiterführung des Kita-Betriebs ab Juli ist ohne Investor wirtschaftlich nicht möglich. Das liegt daran, dass der Kita-Betrieb mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens und dem damit verbundenen Ende des Insolvenzgeldzeitraums wieder unter Vollkosten laufen müsste und dabei Verluste erwirtschaften würde. Dies ist durch das Insolvenzrecht untersagt, weshalb in einem solchen Fall der Kita-Betrieb eingestellt werden müsste, um die Verluste so gering wie möglich zu halten. Ein Investoreneinstieg ist weiterhin möglich, und der vorläufige Insolvenzverwalter führt dazu nach wie vor Gespräche mit Interessenten. „Wer Interesse an einem Einstieg bei der Kikripp hat, kann sich gerne bei mir melden“, sagt Dr. Pehl.
Laufende Abstimmung mit der Stadt Villingen-Schwenningen
Die Eltern der rund 70 betreuten Kinder und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kikripp wurden bereits informiert. Mit der Stadt Villingen-Schwenningen stehen der vorläufige Insolvenzverwalter und sein Team im regelmäßigen Austausch. „Wir bereiten uns dabei auch auf ein mögliches Ende des Kita-Betriebs zum 1. Juli vor und arbeiten an praktikablen Lösungen für die Mitarbeitenden sowie die Kinder und ihre Eltern, um für den Fall der Fälle vorbereitet zu sein. Ich bin der Stadt deshalb für ihr Angebot sehr dankbar, den Eltern im Rahmen der städtischen Möglichkeiten temporär sowie im Ernstfall auch dauerhaft bei der Unterbringung ihrer Kinder zu helfen und sie in allen Belangen zu unterstützen“, sagt Dr. Pehl.
Jürgen Roth, Oberbürgermeister der Stadt Villingen-Schwenningen, bekräftigt dieses Angebot und unterstreicht die Haltung der Stadt: „Wir stehen im direkten Austausch mit vielen Eltern und wissen, wie fordernd diese Lage ist. Unser Ziel ist es, den Familien so schnell wie möglich konkrete und tragfähige Lösungen anzubieten.“
Über Kikripp: Die KIKRIPP Betriebsgesellschaft gGmbH ist das Trägerunternehmen der Kindertagesstätte Kikripp im baden-württembergischen Villingen-Schwenningen. Die 23 Angestellten betreuen aktuell rund 70 Kinder, größtenteils im Ganztag. Kikripp existiert seit 2011.