Am 28. Juni 2018 hat das Bundesministerium der Finanzen eine Liste von 86 Staaten veröffentlicht, welche im Jahr 2018 am automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten in Steuersachen teilnehmen. Unter den im Jahr 2018 neu hinzugekommenen Staaten befindet sich u.a. auch die Schweiz. Entsprechend den Regelungen des automatischen Informationsaustausches wird die deutsche Finanzverwaltung Informationen zu Finanzkonten erhalten, die in Deutschland Steuerpflichtige in der Schweiz unterhalten. Es ist vorgesehen, dass die Finanzkontendaten mit Stand 31. Juli 2018 bis spätestens 30. September 2018 an das Bundeszentralamt für Steuern übermittelt werden.

Vom Austausch umfasste Daten

Durch den automatischen Informationsaustausch erhält die Finanzverwaltung Kenntnis von Finanzkonten, die deutsche Steuerpflichtige in der Schweiz unterhalten. Neben Giro- und Sparkonten gehören auch Wertpapierdepots, bestimmte Lebensversicherungen sowie Treuhand- und Stiftungsgestaltungen  zu den meldepflichtigen Finanzkonten. Zu den vom Informationsaustausch umfassten Daten zählen neben Name, Adresse und Steueridentifikationsnummer des Kontoinhabers auch die Kontonummer, der Kontensaldo bzw. Depotbestand und die erzielten Erträge.

Mit den Vereinbarungen zum automatischen Informationsaustausch haben die teilnehmenden Staaten einen bedeutenden Schritt hin zum gläsernen Steuerbürger getan. Für Steuerpflichtige, die ausländische Finanzkonten unterhalten und mittels dieser Konten Einnahmen erzielen, die steuerlich in der Vergangenheit nicht erklärt worden sind, wird es auf Grund des Informationsaustauschs eng. Ihre Wohnsitzfinanzämter werden früher oder später von diesen Kontoverbindungen und den daraus resultierenden Erträgen Kenntnis erlangen. Wurden die Einnahmen in der Steuererklärung nicht angegeben, droht ein Steuerstrafverfahren.

Chance Selbstanzeige

Der automatische Informationsaustausch über Finanzkonten führt zu einem erheblich gesteigerten Entdeckungsrisiko von Steuerstraftaten. Steuerpflichtige, die bislang nicht erklärte Erträge auf Konten in der Schweiz erzielt haben, sollten die Chance noch nutzen, durch Einreichung einer Selbstanzeige, Straffreiheit zu erlangen.

Zu den Voraussetzungen einer wirksamen Selbstanzeige gehört neben der vollständigen Mitteilung der steuerlich relevanten Angaben an das Finanzamt, dass die Anzeige zu einem Zeitpunkt erfolgt, in dem die Tat noch nicht entdeckt ist oder der Steuerpflichtige von einer etwaigen Tatentdeckung noch keine Kenntnis hat. Hinzukommen muss u.a. die fristgerechte Zahlung der auf Grund der Selbstanzeige festgesetzten Steuer und evtl. Zinsen.

Rechtsanwalt Arno Abenheimer, Fachanwalt für Steuerrecht, Steuerberater

Steuerberaterin Birgitt Müller, Dipl.-Betriebswirtin (BA)


Herausgeber
Schultze & Braun GmbH & Co. KG
Eisenbahnstr. 19-23, 77855 Achern
Tel: 07841 708-0
Fax: 07841 708-301
www.schultze-braun-steuerberatung.de

Redaktion
Susanne Grefkes, Schultze & Braun GmbH & Co.KG,
Eisenbahnstr. 19-23, 77855 Achern
Tel: 07841 708-0
Fax: 07841 708-301
E-Mail: SGrefkes@remove.this.schultze-braun.de

Der Speicherung und Verwendung Ihrer Daten zu Werbezwecken können Sie jederzeit formlos widersprechen.

Impressum   Datenschutz    Haftungsausschluss