Alitalia-Sanierung: Tische hoch, Sitze senkrecht – Ready for Take Off?

Es ist eine Binsenweisheit der Luftfahrt: Die kritischsten Momente eines Fluges sind der Start und die Landung. Sprich: Wenn der Flieger einmal in der Luft ist, ist das Risiko eines plötzlichen Absturzes vergleichsweise gering. Der Weg nach oben und die entsprechende Landung des Fliegers hingegen sind Momente, in denen selbst ein kleiner Fehler fatale Konsequenzen haben kann. Dies lässt sich praktisch eins zu eins auf die insolvente italienische Fluggesellschaft Alitalia übertragen – gerade jetzt, da die geplante Sanierung in den Landeanflug übergeht, beziehungsweise übergehen soll.

Fakt ist: Die Frist für den Verkauf der Alitalia ist bis zum 31. Oktober 2018 verlängert worden. Bis dahin sind es gerade einmal sechs Monate, um zu einer Einigung mit den Interessenten, insbesondere Lufthansa und EasyJet, zu kommen. Für die Rückzahlung des staatlichen Überbrückungskredits in Höhe von 900 Millionen Euro bleiben ein paar Wochen mehr – konkret wurde die Frist bis zum 15. Dezember 2018 gestreckt.  

Die Zeit drängt

Das ist nicht viel Zeit - und schon gar nicht in einem so turbulenten politischen Umfeld wie in Italien. Zwar gibt es seit dem 1. Juni 2018 wieder eine neue Regierung, doch setzt sich diese aus der Fünf-Sterne-Bewegung und der Lega Nord zusammen – Populisten auf der einen und rechtsnationale Europakritiker auf der anderen Seite, die angetreten sind, den EU-Stabilitätspakt in Frage zu stellen. Eine Kombination, die geeignet sein könnte, die Märkte und Anleger in Unruhe zu versetzen.

Dabei sollte gerade das vom Senat bereits verabschiedete Gesetzvorhaben für die Fristverlängerungen (die noch ausstehende Zustimmung der Abgeordnetenkammer wird in den nächsten Tagen erwartet) im Falle Alitalia für mehr Vertrauen und Transparenz sorgen. So wird den Alitalia-Kommissaren etwa zur Auflage gemacht, alle 60 Tage dem Parlament einen umfassenden Bericht über die wirtschaftliche und finanzielle Situation der Gesellschaft zu übermitteln. Kurzum: Die Kommissare werden stärker an die Kandare genommen.

Wirtschaftlicher Auftrieb für Alitalia

Zumindest hat Alitalia inzwischen wirtschaftlich schon wieder mehr Luft unter den Flügeln: Kommissar Gubitosi sagte laut Medienberichten Anfang Mai, dass Alitalia im ersten Quartal 2018 den Umsatz um vier Prozent und die Passagierzahlen um sechs Prozent steigern konnte. Die operativen Verluste hätten sich derweil auf nur 117 Millionen Euro belaufen – Im Vergleich zu 228 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum geradewegs ein Tiefflug. Außerdem würde für das laufende Jahr 2018 bei unveränderter Flotte eine Steigerung der Flugstunden um acht Prozent erwartet.

Die neue Regierung sollte das Thema gleichwohl weiterhin ernst nehmen. Zwar wäre es möglich, die Frist für die Abwicklung von Sonderinsolvenzverfahren auf bis zu vier Jahre auszudehnen, das Vertrauen etwaiger Investoren würde so eine Entwicklung aber sicher nicht stärken. Ein sanfter Landeanflug sähe ganz anders aus.  

Alitalia ist ein Sonderfall

Davon sollten sich deutsche Investoren aber trotz allem Getöse nicht aus der Ruhe bringen lassen. Schließlich handelt es sich im Falle von Alitalia um ein Sonderinsolvenzverfahren und eben nicht um einen Flugplan dafür, wie Insolvenzverfahren in Italien normalerweise ablaufen. Wer also in normale Unternehmen – und nicht in Großkonzerne mit sehr hohen Verbindlichkeiten, vielen Arbeitnehmern und hohem nationalen Interesse – investieren möchte, braucht sich keine Sorgen zu machen. Gerade mit professioneller Unterstützung können solche Investitionen einfach, transparent und rechtssicher abgewickelt werden.

Avvocato, Rechtsanwalt Alessandro Honert

Avvocato Chiara Fiorini


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