- Der Geschäftsbetrieb läuft im vollen Umfang weiter, alle Aufträge werden in der gewohnten Qualität gefertigt und ausgeliefert
- Die Löhne und Gehälter der rund 25 Mitarbeitenden sind bis mindestens Ende April gesichert
- Rechtsanwalt Christian Krönert von Schultze & Braun prüft als vorläufiger Insolvenzverwalter die Sanierungsoptionen für den Spezialisten für Stanz- und Umformwerkzeuge
Lößnitz/Chemnitz. Die Horst Pfau GmbH aus dem sächsischen Lößnitz im Erzgebirge musste einen Insolvenzantrag stellen. Das zuständige Amtsgericht Chemnitz hat den erfahrenen Rechtsanwalt Christian Krönert von der deutschlandweit aktiven Kanzlei Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. In dieser Funktion verschafft er sich aktuell am Unternehmenssitz des traditionsreichen Herstellers von Stanz- und Umformwerkzeugen einen Überblick über die wirtschaftliche Ausgangssituation sowie die Möglichkeiten für eine nachhaltige Sanierung.
Für den Einstieg eines Investoren interessant
„Wir haben es hier mit einem familiengeführten Unternehmen aus dem Werkzeugbau zu tun, einer Branche, in der es aktuell einen Konsolidierungsprozess gibt. Horst Pfau kann aber mit einer jahrzehntelangen Erfahrung und einer Spezialisierung auf die Herstellung von Stanz- und Umformwerkzeugen punkten. Diese Kombination macht das Unternehmen für den Einstieg eines Investoren interessant“, sagt Christian Krönert von Schultze & Braun. „Unser Ziel ist, dem Unternehmen die Chance auf eine wirtschaftlich gangbare Zukunft zu eröffnen, etwa durch den Einstieg eines Investors oder die Integration in eine Unternehmensgruppe.“ Der Geschäftsbetrieb bei Horst Pfau läuft derweil uneingeschränkt weiter, alle Aufträge werden in der gewohnten Qualität gefertigt und ausgeliefert. Ebenso ist auch die Platzierung neuer Aufträge jederzeit möglich.
Fertigung nach individuellen Kundenwünschen
Hauptgeschäftszweig von Horst Pfau, das auf die 1914 gegründete „Emil Schwammekrug Werkzeugbaufabrik“ zurückgeht, sind die Entwicklung und Fertigung von Stanz- und Umformwerkzeugen bis hin zu aufwendigen Folgeverbundwerkzeugen nach individuellen Kundenwünschen, auch in Kleinserien. Es werden dabei eigene Konstruktionen angefertigt. Darüber hinaus werden in der Stanzerei auch Teile in Lohnarbeit hergestellt. Viele der Kunden sind in der Automotive-Industrie verortet. Die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Horst Pfau wurden bereits vom vorläufigen Insolvenzverwalter und den geschäftsführenden Gesellschafterinnen Silke Schmidt und Steffi Zimmer über den Stand der Dinge und die nächsten Schritte informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzgeld bis Ende April gesichert.
„Unser Vater hat uns das Unternehmen 2007 übergeben und wir arbeiten mit Hochdruck daran, eine zukunftsfähige Lösung zu finden“, sagen Silke Schmidt und Steffi Zimmer. „Möglich wird das neben unserem starken Netzwerk aus Kunden und Partnern auch durch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch in so einer herausfordernden Situation mit so viel Herzblut auf die Arbeit kommen. Unsere Kunden können sich deshalb sicher sein, auch weiterhin von uns die bekannte Horst-Pfau-Qualität zu bekommen.“
Wirtschaftlichen Herausforderungen durch externe Faktoren ausgelöst
Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen von Horst Pfau ist die grundlegende Wirtschaftsflaute in Deutschland, die sich auch in der Automobilzulieferbranche niederschlägt – einem wichtigen Kundensegment des Unternehmens. So ist ein Rückgang bei Bestellungen neuer Werkzeuge zu verzeichnen, da aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit in Deutschland derzeit nur wenig neue Produktserien auf den Markt gebracht werden. Dadurch ist auch der Auftragseingang und der Umsatz von Horst Pfau im vergangenen Jahr stark eingebrochen. Die so entstandene Liquiditätslücke konnte aus eigener Kraft nicht mehr geschlossen werden.
Über die Horst Pfau GmbH: Die Horst Pfau GmbH ist ein mittelständischer Werkzeug-Hersteller aus dem sächsischen Lößnitz im Erzgebirge. Hauptgeschäftszweig ist der Bau von Stanz- und Umformwerkzeugen bis hin zu aufwendigen Folgeverbundwerkzeugen nach Kundenwunsch, auch in Kleinserien. Es werden dabei eigene Konstruktionen angefertigt. Darüber hinaus werden in der Stanzerei auch Teile in Lohnarbeit hergestellt. Viele der Kunden sind in der Automotive-Industrie verortet. Das Unternehmen geht auf die 1914 gegründete „Emil Schwammekrug Werkzeugfabrik“ zurück. Ab 1993 wurde ein Teil des Unternehmens vom Ingenieur Horst Pfau als privates Einzelunternehmen erworben und geführt. 2007 übergab er das Unternehmen an seine Töchter Silke Schmidt und Steffi Zimmer. (www.horst-pfau.de)