- Vorläufiger Insolvenzverwalter Tobias Hartwig hat M&A-Prozess bereits gestartet – auf Dauer angelegte Fortführungsmöglichkeit nur unter Einbindung eines Investors möglich
- Löhne und Gehälter der rund 110 Mitarbeitenden sind bis Ende November gesichert
- Geschäftsbetrieb läuft weiter – Bestehende Aufträge werden planmäßig ausgeführt und neue Aufträge sind möglich
Alfeld. Die Künkel Wagner Germany GmbH („Künkel Wagner“) sucht einen Investor, um sich wirtschaftlich neu aufzustellen und ihre langfristige Fortführung sicherzustellen. Tobias Hartwig von der deutschlandweit aktiven Kanzlei Schultze & Braun hat als vorläufiger Insolvenzverwalter dazu nun einen strukturierten M&A-Prozess initiiert.
„Es ist wichtig, dass wir bis Dezember einen passenden Partner mit der nötigen Branchen-Expertise für Künkel Wagner finden, da eine auf Dauer angelegte Fortführungsmöglichkeit absehbar nur unter Einbindung eines Investors realisiert werden kann“, sagt Hartwig. „Künkel Wagner bringt aber auch einiges mit, was es für potenzielle Investoren interessant macht: Das Unternehmen ist in der Branche etabliert und als renommierter Hersteller langlebiger Anlagen und Maschinen bekannt. Außerdem ist Künkel Wagner Germany international erfahren.“
Optimaler Partner für Gießereien mit Zukunft
Künkel Wagner Germany (Jahresumsatz ca. 32 Mio. Euro) ist ein traditionsreicher deutscher Maschinenbauer mit Sitz im niedersächsischen Alfeld, der auf Gießerei- und Formanlagen sowie Sandaufbereitungstechnik spezialisiert ist. Seit über 110 Jahren steht der prozessorientierte Systemhersteller für robuste, zuverlässige Produkte und Anlagen. In der Entwicklung und Fertigung kompletter Gießereianlagen und modularer Systemkomponenten spiegeln sich die Technik, Präzision, Effizienz, Funktionalität und Qualität „made in Germany“ wider. Zu den bisherigen Kunden zählen etwa Volvo Powertrain Corporation, die Daimler AG (Produktionsbereich Gießerei) und Caterpillar Inc. Die wesentlichen Kunden der Gesellschaft sind Gießereien sowie Unternehmen und Zulieferer der Automobil- und Maschinenbauindustrie in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien.
Die rund 110 Mitarbeitenden wurden bereits über die Situation und die nächsten Schritte informiert. Ihre Löhne und Gehälter sind durch das Insolvenzgeld bis Ende November 2026 abgesichert. Ziel ist, das Unternehmen bis dahin so zu stabilisieren, dass Löhne und Gehälter dann wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb finanziert werden können. „Die Mitarbeitenden von Künkel Wagner verfügen über enorme Expertise in einem für die Industrie höchst relevanten Fachgebiet“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Tobias Hartwig. „Jeder Investor kann sich glücklich schätzen, ein Unternehmen mit so einem erfahrenen und eingespielten Team übernehmen zu können.“ Der Geschäftsbetrieb läuft derweil weiter. Alle Aufträge werden weiterhin planmäßig ausgeführt und auch neue Aufträge aus In- und Ausland sind weiterhin möglich.
Strukturierter M&A-Prozess in Gang gesetzt
Für die Suche nach einem Übernehmer wurde ein strukturierter M&A-Prozess in Gang gesetzt. Verantwortlich für die Durchführung ist KPMG. Interessierte Investoren, Beteiligungsgesellschaften oder branchennah aufgestellte Unternehmen können sich direkt an den zuständigen Partner Michael A. Königer wenden.
Die wirtschaftliche Schieflage von Künkel Wagner ist auf das Zusammenspiel mehrerer Faktoren zurückzuführen: Insbesondere die deutlich gestiegenen Energie- und Betriebskosten sowie die anhaltende Schwäche der Automobilindustrie in Deutschland haben das Unternehmen erheblich belastet. Die daraus entstandene Liquiditätslücke konnte letztlich nicht mehr aus eigener Kraft nachhaltig geschlossen werden, sodass ein Insolvenzantrag gestellt werden musste.
Zu Künkel Wagner Germany: Die Künkel Wagner Germany GmbH (Jahresumsatz: ca. 32 Mio. Euro) ist ein traditionsreicher, international tätiger Systemanbieter für automatisierte Gießereitechnik mit besonderem Knowhow in den Bereichen Formanlagen, Sandaufbereitung und automatisierte Gießtechnik. Die technische Kompetenz des seit über 110 Jahren bestehenden Unternehmens liegt insbesondere in der prozessübergreifenden Integration dieser Systeme sowie in energie- und ressourceneffizienten Automatisierungslösungen. Künkel Wagner beschäftigt aktuell rund 110 Mitarbeitende. Die wesentlichen Kunden der Gesellschaft sind Gießereien sowie Unternehmen und Zulieferer der Automobil- und Maschinenbauindustrie in Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien. (www.kuenkel-wagner.com)