- Planmäßige Verfahrenseröffnung zum 1. Mai 2026 – Insolvenzverwalter Christian Krönert von Schultze & Braun steht mit mehreren Übernahme-Interessenten in Kontakt
- Verhandlungen mit potentiellen Investoren sollen bis zum Sommer abgeschlossen werden –
Ziel: Erhalt des 1914 gegründeten Unternehmens und möglichst vieler Arbeitsplätze - Geschäftsbetrieb läuft in vollem Umfang weiter – Löhne und Gehälter der 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden wieder aus dem laufenden Betrieb erwirtschaftet
Lößnitz/Chemnitz. Das Insolvenzverfahren des 1914 gegründeten Werkzeug-Herstellers Horst Pfau hat mit der planmäßigen Eröffnung zum 1. Mai 2026 einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das zuständige Amtsgericht Chemnitz hat Christian Krönert von der bundesweit tätigen Kanzlei Schultze & Braun zum Insolvenzverwalter bestellt. Bereits kurz nach dem Insolvenzantrag Ende Februar 2026 haben Krönert und sein Team mit der Suche nach einem Investoren für Horst Pfau begonnen. „Wir stehen derzeit mit mehreren Interessenten für eine Übernahme in Kontakt, und unser Ziel ist, dass wir das Unternehmen und möglichst vieler Arbeitsplätze erhalten.“ Dies wäre durch den Einstieg eines Investors in das bestehende Unternehmen, aber auch die Integration von Horst Pfau in eine Unternehmensgruppe möglich. Die Verhandlungen mit den Interessenten sollen bis zum Sommer abgeschlossen werden. „In den Gesprächen zeigt sich, dass Horst Pfau mit der jahrzehntelangen Erfahrung der Mitarbeitenden und der Spezialisierung auf die Herstellung von hochwertigen Stanz- und Umformwerkzeugen punkten kann“, sagt Insolvenzverwalter Krönert.
Kunden halten die Treue: Aufträge werden in der gewohnten Qualität gefertigt und ausgeliefert
Der Geschäftsbetrieb bei Horst Pfau läuft derweil uneingeschränkt weiter, alle Aufträge werden in der gewohnten Qualität gefertigt und ausgeliefert. Ebenso ist auch die Platzierung neuer Aufträge jederzeit möglich. „Die Kunden von Horst Pfau wissen, was sie an den Werkzeugen made in Lößnitz haben, und sie halten dem Unternehmen die Treue. Wir haben in den letzten Wochen zahlreiche Aufträge erhalten“, sagt Krönert. „Ich bin daher zuversichtlich, dass eine Sanierung von Horst Pfau gelingen kann.“
Fertigung nach individuellen Kundenwünschen
Hauptgeschäftszweig von Horst Pfau, das auf die 1914 gegründete „Emil Schwammekrug Werkzeugbaufabrik“ zurückgeht, sind die Entwicklung und Fertigung von Stanz- und Umformwerkzeugen bis hin zu aufwendigen Folgeverbundwerkzeugen nach individuellen Kundenwünschen, auch in Kleinserien. Es werden dabei eigene Konstruktionen angefertigt. Darüber hinaus werden in der Stanzerei auch Teile in Lohnarbeit hergestellt.
Die Belegschaft ist über die positive Entwicklung informiert
Die 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Horst Pfau wurden bereits von Krönert und den Geschäftsführerinnen Silke Schmidt und Steffi Zimmer über den Stand der Dinge und die nächsten Schritte informiert. Ende April ist der Insolvenzgeldzeitraum ausgelaufen. Das Unternehmen ist nun wieder so aufgestellt, dass die Löhne und Gehälter der Belegschaft wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden können. „Gemeinsam mit Christian Krönert tun wir alles dafür, dass es eine Zukunft für das Unternehmen gibt, das uns unser Vater vor fast zwanzig Jahren übergeben hat“, sagen Schmidt und Zimmer. „Gerade in der aktuellen Situation zeigt sich, wie stark unser Netzwerk aus Kunden und Partnern ist und was für einen großen Einsatz unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für Horst Pfau zeigen.“
Wirtschaftlichen Herausforderungen durch externe Faktoren ausgelöst
Hintergrund der wirtschaftlichen Herausforderungen von Horst Pfau ist die grundlegende Wirtschaftsflaute in Deutschland, die sich auch in der Automobilzulieferbranche niederschlägt – einem wichtigen Kundensegment des Unternehmens. So ist ein Rückgang bei Bestellungen neuer Werkzeuge zu verzeichnen, da aufgrund der anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheit in Deutschland derzeit nur wenig neue Produktserien auf den Markt gebracht werden. Dadurch ist auch der Auftragseingang und der Umsatz von Horst Pfau im vergangenen Jahr stark eingebrochen. Die so entstandene Liquiditätslücke konnte aus eigener Kraft nicht mehr geschlossen werden.
Über die Horst Pfau GmbH: Die Horst Pfau GmbH ist ein mittelständischer Werkzeug-Hersteller aus dem sächsischen Lößnitz im Erzgebirge. Hauptgeschäftszweig ist der Bau von Stanz- und Umformwerkzeugen bis hin zu aufwendigen Folgeverbundwerkzeugen nach Kundenwunsch, auch in Kleinserien. Es werden dabei eigene Konstruktionen angefertigt. Darüber hinaus werden in der Stanzerei auch Teile in Lohnarbeit hergestellt. Viele der Kunden sind in der Automotive-Industrie verortet. Das Unternehmen geht auf die 1914 gegründete „Emil Schwammekrug Werkzeugfabrik“ zurück. Ab 1993 wurde ein Teil des Unternehmens vom Ingenieur Horst Pfau als privates Einzelunternehmen erworben und geführt. 2007 übergab er das Unternehmen an seine Töchter Silke Schmidt und Steffi Zimmer. (www.horst-pfau.de)