- Therapeutische Hilfe für Kinder, Jugendliche und Familien in Beuren (Baden-Württemberg) – die Angebote für Betroffene, Eltern und Angehörige laufen ohne Einschränkungen weiter
- Dr. Dietmar Haffa von Schultze & Braun zum vorläufigen Insolvenzverwalter der Trägergesellschaft bestellt – Prüfung der wirtschaftlichen Situation und der Sanierungsoptionen
- Auch Einstieg eines Investors als Option für eine Zukunftsperspektive – Gute Chancen für nachhaltige Fortführung der Trägergesellschaft und des Hauses Aichele
Beuren/Esslingen/Stuttgart. Die Heim für Kinder und Jugendliche Haus Aichele gGmbH, die Trägergesellschaft des Haus Aichele, stellt sich im Insolvenzverfahren neu auf. Das Haus Aichele in Beuren (Baden-Württemberg, südöstlich von Esslingen am Neckar) ist eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung mit rund 30 Plätzen. Dr. Dietmar Haffa vom Stuttgarter Standort der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun begleitet das Verfahren und die Neuaufstellung als vorläufiger Insolvenzverwalter. Er und sein Team haben bereits mit der Geschäftsführung und der Belegschaft die aktuelle Situation und die weiteren geplanten Maßnahmen besprochen. Erste Schritte zur Liquiditätssicherung für die Fortsetzung der Tätigkeit der Trägergesellschaft wurden bereits umgesetzt. „Wir prüfen nun die wirtschaftliche Situation für das Haus Aichele und die Sanierungsoptionen. Wichtig ist: Die Betreuung von Betroffenen, Eltern und Angehörigen läuft ohne Einschränkungen weiter“, sagt Haffa.
Deutschlands erstes psychotherapeutisches Kinderheim
Das Haus Aichele ist Deutschlands erstes psychotherapeutisches Kinderheim. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1922 zurück. Die rund 50 hauptamtlichen Mitarbeitenden unterstützen zusammen mit mehreren Ehrenamtlichen und Freiwilligen die Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern und Angehörige mit einem breiten Angebot an Leistungen und Maßnahmen. Im Haus Aichele werden Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen, traumatisierte Kinder, Kinder mit Bindungs- und Entwicklungsstörungen, Familien in multiplen Belastungslagen, sowie Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und psychogenen Störungen betreut.
Löhne und Gehälter der rund 50 Mitarbeitenden gesichert
Die Eltern der betreuten Kinder und Jugendlichen und die Belegschaft des Haus Aichele sind über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte informiert. Die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden sind bis Ende Juli 2026 über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert. „Diese finanzielle Verschnaufpause wollen wir für die Neuaufstellung der Trägergesellschaft nutzen. Es freut mich ganz besonders, dass die Mitarbeitenden weiter mit vollem Einsatz bei ihrer täglichen Arbeit dabei sind“, sagt Haffa. „In enger Abstimmung mit Geschäftsführerin Claudia Oster werden wir alle Sanierungsoptionen eingehend prüfen. Dabei ist auch der Einstieg eines Investors eine Option, und wir können an die Maßnahmen und die Gespräche mit Partnern anknüpfen, die die Geschäftsführerin bereits eingeleitet und geführt hat. Unser Ziel ist auf jeden Fall die nachhaltige Fortführung der Trägergesellschaft und des Haus Aichele, und ich sehe gute Chancen, dass uns das in den nächsten Monaten gelingen kann.“
Am Leistungs- und Maßnahmenangebot soll sich nichts ändern
Ab August soll die Trägergesellschaft des Haus Aichele wieder so aufgestellt sein, dass die Löhne und Gehälter der Mitarbeitenden wieder aus dem laufenden Geschäftsbetrieb erwirtschaftet werden. Am Leistungs- und Maßnahmenangebot soll sich nichts ändern. „Die Leistungen der Mitarbeitenden und die Hilfe, die das Haus Aichele und seine hochqualifizierten Mitarbeitenden für Betroffene, Eltern und Angehörige darstellt, können gar nicht hoch genug bewertet werden“, sagt Haffa. Geschäftsführerin Claudia Oster ergänzt: „Die Nachfrage nach Unterstützungsleistungen nimmt weiter zu, weshalb wir unlängst auch eine zweite Betreuungsgruppe eröffnet haben. Dies zeigt die enorme Bedeutung, die dem Haus Aichele mit seinen Mitarbeitenden zukommt. Uns ist es daher auch wichtig, gerade in der jetzigen Situation in einem engen Austausch mit den Eltern zu stehen, da diese natürlich berechtigte Sorgen haben.“ Haffa und Oster wollen alles dafür tun, die Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung wieder auf wirtschaftlich solide Füße stellen zu können.
Kostensteigerungen machen Neuaufstellung notwendig
Die Neuaufstellung der Trägergesellschaft ist durch die Kombination aus Kostensteigerungen und nicht im gleichen Maß gestiegenen Einnahmen aus dem Leistungs- und Betreuungsangebot notwendig geworden. „Der Aufbau der zweiten Betreuungsgruppe war und ist kostenintensiv – sowohl beim Material- als auch beim Personaleinsatz. Die Kosten konnten auf der Einnahmenseite jedoch bislang nicht ausreichend gedeckt werden, da die Besetzung der Gruppenplätze länger gedauert hat als geplant“, sagt Geschäftsführerin Oster. Dies führte zu einer Liquiditätslücke, die die Trägergesellschaft nicht mehr aus eigener Kraft schließen konnte.
Über die Heim für Kinder und Jugendliche Haus Aichele gGmbH: Die Heim für Kinder und Jugendliche Haus Aichele gGmbH ist die Trägergesellschaft des Haus Aichele. Das Haus Aichele in Beuren (Baden-Württemberg, südöstlich von Esslingen am Neckar) ist eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung mit rund 30 Plätzen und Deutschlands erstes psychotherapeutisches Kinderheim. Seine Wurzeln reichen bis ins Jahr 1922 zurück. Die rund 50 hauptamtlichen Mitarbeitenden unterstützen zusammen mit mehreren Ehrenamtlichen und Freiwilligen die Kinder und Jugendlichen sowie deren Eltern und Angehörige mit einem breiten Angebot an Leistungen und Maßnahmen. Im Haus Aichele werden Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen, traumatisierte Kinder, Kinder mit Bindungs- und Entwicklungsstörungen, Familien in multiplen Belastungslagen sowie Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten und psychogenen Störungen betreut.