+++ACHTUNG BETRUGSVERSUCH! Erneut treten vermehrt gefälschte Angebote zum Kauf von Vermögenswerten aus Insolvenz- und StaRUG-Verfahren auf, die angeblich von Schultze & Braun sein sollen. Gehen Sie nicht auf diese Angebote ein und setzen Sie sich im Schadensfall mit der Polizei in Verbindung. +++ACHTUNG BETRUGSVERSUCH! Erneut treten vermehrt gefälschte Angebote zum Kauf von Vermögenswerten aus Insolvenz- und StaRUG-Verfahren auf, die angeblich von Schultze & Braun sein sollen. Gehen Sie nicht auf diese Angebote ein und setzen Sie sich im Schadensfall mit der Polizei in Verbindung.

Einigung mit Übernehmer erzielt: Insolvenzverwalter macht Weg für wirtschaftlichen Neustart des Natursteinwerks Theuma frei

06. Oktober 2026 Pressemitteilung Verfahren

  • Drei Gesellschaften erwerben die Vermögenswerte und die Betriebserlaubnis der (ehemaligen) Betriebsgesellschaft des traditionsreichen Fruchtschiefer-Steinbruchs vom Insolvenzverwalter
  • Dr. Dirk Herzig von Schultze & Braun hat den Geschäftsbetrieb im Insolvenzverfahren drei Jahre fortgeführt und auch nach der Betriebseinstellung weiter nach einer Fortführungslösung gesucht
  • Ehemalige Mitarbeitende können Stellenangebote vom neuen Natursteinwerk Theuma bekommen, in dem zudem weitere Arbeitsplätze entstehen können

Theuma/Chemnitz. Der Theumaer Fruchtschiefer ist weltweit einzigartig und sein Einsatz als Baustoff kann bis ins Mittelalter zurückverfolgt werden. Nicht ganz so lange, aber auch schon mehr als 125 Jahre gibt es den gewerblichen Abbau in und um Theuma, auf den auch das Natursteinwerk zurückgeht. Umso größer ist jetzt die Freude, da diese Tradition mit dem wirtschaftlichen Neustart des Steinbruchs fortgeführt werden kann. Den Weg dafür frei gemacht hat Insolvenzverwalter Dr. Dirk Herzig vom Chemnitzer Standort der bundesweit vertretenen Kanzlei Schultze & Braun. Der Fachanwalt für Insolvenz- und Sanierungsrecht hat mit einem Übernehmer eine Einigung über den Erwerb der Vermögenswerte und der Betriebserlaubnis der (ehemaligen) Betriebsgesellschaft des Fruchtschiefer-Steinbruchs erzielt. Bei den Übernehmern handelt es sich um drei Gesellschaften, die zu einer Investorengruppe gehören, die die Wiederaufnahme des Fruchtschiefer-Abbaus anstreben. 

Seit dem Insolvenzantrag alles für den Erhalt des Natursteinwerks Theuma getan 

„Wir haben seit dem Insolvenzantrag im Frühjahr 2023 alles für den Erhalt des Natursteinwerks Theuma getan, und rückblickend kann ich sagen: Der Einsatz aller Beteiligten hat sich am Ende nun doch gelohnt! Es freut mich sehr, dass es mit dem wirtschaftlichen Neustart nun eine Zukunftsperspektive für den Steinbruch gibt und die Tradition des Abbaus des Theumaer Fruchtschiefers fortgeführt wird“, sagt Dr. Dirk Herzig. „Natürlich wäre es noch schöner gewesen, wenn wir diese Lösung schon gefunden hätten, als der Geschäftsbetrieb noch lief, aber auch jetzt bestehen gute Chancen, dass ehemalige Mitarbeitende wieder im Steinbruch beschäftigt werden und dort perspektivisch weitere neue Arbeitsplätze entstehen. Aber auch für die Kunden des Natursteinwerks ist der wirtschaftliche Neustart eine gute Nachricht: Sie können in ihren Projekten nun wieder Theumaer Fruchtschiefer einplanen, der als Bodenbeläge, Stufen und Treppen, aber auch als Fassaden und Wandverkleidung einsetzbar ist. „Ich habe zahlreiche Gespräche mit Menschen aus der Region, Medienvertretern, Kunden und Lieferanten geführt, die alle ihre Verbundenheit mit dem Theumarer Schiefer bekundet haben. Die Bevöllkerung in der Region idendifiziert sich mit dem Produkt. Dies war für mich Ansporn genug, nach einer Lösung zu suchen, die nicht im Betrieb einer Deponie endet“, sagt Herzig weiter. 

Saisonaler Abbau und komplexe Situation als wirtschaftliche Herausforderungen

Um dem Natursteinwerk Theuma und dem Abbau von Fruchtschiefer eine Zukunftsperspektive zu geben und das Unternehmen neu ausrichten zu können, war der Einstieg eines Investors von Beginn des Insolvenzverfahrens an eine zwingende Voraussetzung – gerade auch deshalb, weil das Unternehmen saisonal bedingt in den Wintermonaten, wenn der Abbau des Schiefers witterungsbedingt ruht und generell weniger gebaut wird, wirtschaftlich gesehen Verluste erwirtschaftet. Dr. Dirk Herzig hatte den Geschäftsbetrieb des Natursteinwerks Theuma als Insolvenzverwalter mehr als zweieinhalb Jahre lang (Frühjahr 2023 bis Ende Januar 2026) fortgeführt und während dieser Zeit mit mehreren potentiellen Investoren über einen Einstieg in das Unternehmen verhandelt. Das meiste Interesse galt dabei einer künftigen Nutzung des Bergbaugeländes als Deponie, und der baugewerbliche Bereich wurde von Investorenseite kritisch gesehen. Zudem gehörten die gesamten Grundstücke nicht zum Vermögen der von Dr. Herzig betreuten Betriebsgesellschaft. Wesentliches Vermögenswerte waren aber die Genehmigungen, auf die der Fachanwalt immer wieder in den Verhandlungen hingewiesen hatte. Diese komplexe Situation machte die Verhandlungen ebenfalls herausfordernd. 

Geschäftsbetrieb musste aus wirtschaftlichen Gründen heruntergefahren werden

Ohne die Aussicht auf einen Investor – und angesichts der Tatsache, dass 2025 anders als in den Vorjahren die Verluste in den Wintermonaten durch den laufenden Geschäftsbetrieb und die damit verbundenen Aufträge wirtschaftlich aufgrund der Krise in der Baubranche und dem damit verbundenen Auftragsrückgang im Jahr 2025 nicht mehr gedeckt waren – war Ende Januar 2026 eine Fortführung des Geschäftsbetriebs aus wirtschaftlichen Gründen nicht mehr möglich und den Mitarbeitenden musste daher gekündigt werden.

Trotz komplexer Situation an der Suche nach einer Fortführungslösung festgehalten

Gleichwohl hat Dr. Dirk Herzig trotz der komplexen Situation nach der Betriebseinstellung weiterhin an der Suche nach einer Fortführungslösung für das Natursteinwerk Theuma festgehalten, sich hierbei immer wieder mit dem Oberbergamt abgestimmt und die nun erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen mit dem Übernehmer aufgenommen, der sich erst Ende April 2026 wieder gemeldet hatte. 

Über das Natursteinwerk Theuma: Das Natursteinwerk Theuma in Sachsen, nahe Plauen, ist auf den Abbau von Fruchtschiefer spezialisiert. Dabei bildet der Steinbruchbetrieb die gesamte Wertschöpfungskette von der Herstellung über die Veredelung bis zum Einbau des Theumaer Fruchtschiefers auf den Baustellen ab. Der Theumaer Fruchtschiefer gehört zu den wenigen Schieferarten, die als Baustoff verwendet werden können, weil er entsprechend witterungsbeständig ist. Er kommt insbesondere bei Steelen, Treppenstufen, Fassaden sowie Bodenbelägen im Außenbereich zum Einsatz. So schmückt der Theumaer Fruchtschiefer unter anderem die Landeszentralbank in Chemnitz, das Abgeordnetenhaus des Deutschen Bundestag in Berlin sowie das Residenzschloss in Dresden.


Insolvenzverwalter

Matthias Braun

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