- Auf Investorenseite verzögert sich zentral überwachte Devisentransaktion auf unbestimmte Zeit
- Vertrag mit potenziellem Investor kann somit nicht abschließend in Kraft treten
- Rumpfbelegschaft stellt Ausproduktion bestehender Aufträge sicher
Großschönau / Dresden. 81 Beschäftigte der DAMINO GmbH wurden heute darüber informiert, dass der Geschäftsbetrieb des Traditionsunternehmens der deutschen Textilindustrie Anfang Juni 2026 eingestellt werden muss.
Kurzfristig haben Vertreter der Investorenseite ihre Vertragspartner bei DAMINO darüber informiert, dass der Investor den vollständigen, vertraglich vereinbarten Kaufpreis für dieDAMINO GmbH in Euro auf absehbare Zeit nicht nach Deutschland überweisen kann. Devisentransaktionen werden in der Republik Usbekistan de facto zentral durch Banken überwacht, die ohne verbindliche Fristen Kapitaltransaktionen intensiv prüfen und die Zuteilung von Devisen faktisch begrenzen können.
Der enttäuschte Geschäftsführer Sandro Strack fasst die Anstrengungen der letzten Wochen und Monate zusammen: „Im Rahmen unserer Möglichkeiten haben wir alles in unserer Macht Stehende dafür getan, den Kaufvertrag zu vollziehen und die Transaktion rechtskräftig umsetzen zu können. Die Vorauszahlung wurde uns vertragsgemäß überwiesen und wir hatten allen Grund zur Zuversicht, dass der Kaufvertrag endgültig abgeschlossen werden kann“.
„Gleichwohl kann der Kaufvertrag mit dem potenziellen Investor nun nicht abschließend in Kraft treten“, erklärt Sanierungsgeschäftsführer Dirk Eichelbaum die Konsequenzen der ausbleibenden Zahlung. „Vor diesem Hintergrund hat der Gläubigerausschuss der Ausproduktion zugestimmt und letztendlich beschließen müssen, den Geschäftsbetrieb einzustellen. Dieser Befund ist nach knapp einem Jahr Reorganisation und Ringen um eine auskömmliche Zukunft der Damast-Produktion in der Oberlausitz für alle Beteiligten ausgesprochen ernüchternd“.
Der gerichtlich bestellte Sachwalter Rüdiger Bauch bedauert die Entwicklungen. Er wird nach der Ausproduktion darauf achten, dass das vorhandene Vermögen geordnet und an die Gläubiger verteilt wird. Über die 20 Mitarbeitenden hinaus, denen im Rahmen des Investorenprozesses bereits gekündigt wurde, werden damit auch gegenüber den weiteren 61 Beschäftigten Kündigungen ausgesprochen. Eine Rumpfbelegschaft stellt die Ausproduktion bestehender Aufträge sicher.
Über die DAMINO GmbH
Die Tradition der Damast-Weberei bei der DAMINO GmbH reicht bis ins Jahr 1906 zurück. Das Unternehmen ist ein führender Hersteller von Damast, insbesondere für Bett- und Tischwäsche sowie Bekleidungsdamaste.