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AWO Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Naumburg: Neuer Träger übernimmt Großteil der Einrichtungen

Naumburg (Saale). Rund ein halbes Jahr nach dem Insolvenzantrag der AWO Kinder-, Jugend- und Familienhilfe (AWO KJF) Naumburg ist es der Insolvenzverwalterin Heitje Thürnagel von Schultze & Braun gelungen, die Mehrzahl der Einrichtungen auf einen neuen Träger zu übertragen. Knapp 50 Arbeitsplätze sowie zahlreiche Betreuungsplätze für Kinder in Naumburg sind damit gesichert.

Der neue Träger übernimmt die bisher von der AWO KJF betriebenen Integrativen Kindertagesstätten am Moritzplatz und „Kleine Strolche“ in Naumburg. Außerdem gehen mehrere Beratungsstellen auf den neuen Träger über. Die Kita im Müchelner Ortsteil Branderoda hatte die Insolvenzverwalterin bereits zum 1. Oktober an einen anderen Betreiber vermitteln können.

Bisher keine Einigung konnte Thürnagel hinsichtlich des Naumburger Kinderheimes Ludwig Renn erzielten. „Hier ist eine Einigung mit einem neuen Träger an den Vorstellungen des Vermieters gescheitert. Ich habe allerdings entschieden, das Kinderheim vorerst weiterzuführen, um andere Sanierungslösungen – etwa den Betrieb in einer neuen Heimstätte – zu ermöglichen. Ich bin es sowohl dem aufopferungsvoll arbeitenden Personal als auch den Kindern, die sich in schwierigen Lebenssituationen befinden, schuldig, dass wir alles Erdenkliche tun, um ihnen das Kinderheim – und damit eine familienähnliche Umgebung – zu erhalten und zu sichern“, sagt sie.

Die Sozialpädagogische Tagesgruppe Naumburg hingegen muss die Insolvenzverwalterin schließen. „Nachdem mir das Jugendamt Naumburg kurzfristig mitteilte, dass es keine weiteren Zuwendungen für diese soziale Einrichtung mehr geben wird, blieb mir nichts anderes übrig, als den drei Mitarbeiterinnen zu kündigen. Es ist außerordentlich bedauerlich, dass das Herzblut, das diese Mitarbeitereinnen in die Betreuung der sieben Kinder gesteckt haben, nicht honoriert wurde“, erklärt Thürnagel. Die betroffenen Kinder müssen nun vom Jugendamt bis Ende des Jahres in anderen Tagesgruppen untergebracht werden. Immerhin: Die drei betroffenen Mitarbeiterinnen können nahtlos einen neuen Arbeitsplatz in den Kindertagesstätten antreten.

„Insgesamt sehe ich diese bisherigen Lösungen deshalb mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Alle Mitarbeiterinnen haben sich hervorragend und mit beherztem Einsatz in einer schwierigen Zeit um die Kinder gekümmert und eine wichtige soziale Aufgabe für die Stadt Naumburg erfüllt“, lobt Insolvenzverwalterin Thürnagel.

Die AWO KJF hatte Ende März Insolvenzantrag gestellt. Seitdem führte Thürnagel den Geschäftsbetrieb in allen Einrichtungen fort und suchte nach Übernehmern. „Wir haben mit zahlreichen Interessenten gesprochen und die Gespräche jeweils weit vorantreiben können. Auch eine von mir ursprüngliche angestrebte Gesamtlösung für alle Einrichtungen war möglich. Alleine hierfür gab es drei Interessenten. Viele Lösungswege sind uns dann allerdings aufgrund mangelnder Beweglichkeit von externen Beteiligten verschlossen geblieben. Insofern bin ich froh, dass es zumindest für die Mehrzahl der Einrichtungen gelungen ist, einen neuen Betreiber zu finden und damit sowohl den betreuten Kindern als auch deren Eltern die Sicherheit zu geben, dass es für die Kinder in einer vertrauten Umgebung und mit dem vertrauten Personal weitergeht.“

Über Schultze & Braun
Schultze & Braun ist ein führender Dienstleister für Insolvenzverwaltung und Beratung im Sanierungs- und Insolvenzrecht. Mit rund 700 Mitarbeitern an mehr als 40 Standorten in Deutschland und dem europäischen Ausland unterstützt Schultze & Braun Unternehmen vor Ort, bundesweit und international in allen rechtlichen, steuerlichen und betriebswirtschaftlichen Fragestellungen.

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