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Insolvenzverfahren eröffnet - Gläubigerversammlung in der Messe Frankfurt

Mit Beschluss des Amtsgericht Frankfurt/Main - Insolvenzgericht - vom heutigen Tage wurde das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Phoenix Kapitaldienst GmbH eröffnet und Herr Rechtsanwalt Frank Schmitt zum Insolvenzverwalter bestellt. Die Entscheidung des Gerichts basierte auf dem vom Insolvenzverwalter erstellten Gutachten, in dem sowohl die Zahlungsunfähigkeit als auch die Überschuldung der Gesellschaft festgestellt wurden.

Von dem Insolvenzverfahren sind über 30.000 Anleger betroffen. Diese werden dann, in der durch das Insolvenzgericht für den 5. Oktober 2005 bestimmten Gläubigerversammlung Gelegenheit haben, detaillierte Informationen über mögliche Ansprüche der Insolvenzmasse, die Verfahrensdauer und eine mögliche Befriedigungsaussicht erhalten. Der Berichtstermin bzw. die Gläubigerversammlung werden wegen des erwarteten hohen Gläubigerandrangs nicht in den Räumen des Insolvenzgerichts stattfinden, sondern im Congress Centrum der Messe Frankfurt.

Wie hoch der auf Seiten der Anleger entstandene Schaden letztendlich tatsächlich sein wird, lässt sich nach wie vor nicht mit abschließender Sicherheit sagen, da dies von einer zwischen dem Insolvenzverwalter, der EdW und verschiedenen Anlegeranwälten im Rahmen des Eröffnungsverfahrens kontrovers diskutierten Rechtsfrage abhängt, die voraussichtlich nur im Rechtsweg zu beantworten sein wird.

Zum Zeitpunkt der Gutachtenserstellung befanden sich auf den durch den vorläufigen Insolvenzverwalter verwalteten Konten Guthaben in Höhe von ca. 232 Mio. Euro.

Wie aus anderen Presseveröffentlichungen bereits bekannt ist, hat die Erbengemeinschaft des verstorbenen vormaligen Alleingesellschafters Dieter Breitkreuz ein sog. Aufgebotsverfahren eingeleitet. Mit diesem Verfahren soll die Haftung des Nachlasses beschränkt werden. Bei einer möglichen Überschuldung des Nachlasses träte dann eine Rangfolge zwischen den Gläubigern ein, die rechtzeitig ihre Forderungen angemeldet haben und denjenigen, welche die Anmeldefrist versäumt haben. Der Unterzeichner hat dort als (starker vorläufiger) Insolvenzverwalter für die Phoenix vor Ablauf der Anmeldefrist eine Forderung in Höhe von ca. 22 Mio. Euro angemeldet. Es liegen bislang keine konkreten Erkenntnisse vor, ob der Nachlass gegebenenfalls überschuldet ist, oder ob zeitnah mit Zahlungen auf die angemeldeten Forderungen gerechnet werden kann.

Regelmäßig werden Fragen wegen möglicher Haftungsansprüche gegen Dritte aufgeworfen. Insoweit sind Ansprüche der Insolvenzmasse bspw. gegen Jahresabschlussprüfer, Sonderprüfer und andere Beteiligte denkbar. Allerdings ist die Geltendmachung solcher sog. „Gesamtschadensansprüche“ eine Besonderheit des Schadensersatzrechtes, da sowohl die Begründung des Anspruches dem Grunde nach, wie auch der Nachweis der Schadenshöhe äußerst komplizierte Vorgänge sind. Neben den Gesamtschadensansprüchen, die der Insolvenzverwalter geltend machen könnte, können darüber hinaus Individualschadensersatzansprüche der einzelnen Anleger bestehen, deren Beurteilung jedoch nicht dem Insolvenzverwalter obliegt. Auch diesbezüglich wird Herr Frank Schmitt ausführlich in der im Oktober anstehenden Gläubigerversammlung berichten.

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