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AWG setzt Sanierung in Eigen­verwaltung fort

Textilhandelskette stellt Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens

Die deutschlandweit agierende Textilhandelskette AWG in Köngen hat heute beim Amtsgericht Esslingen die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens in Eigen­verwaltung beantragt. Grund für diesen Schritt war ein nicht zuletzt durch den historisch warmen Herbst missglücktes Geschäftsjahr 2018. Mit dem Verfahren will der Geschäftsführer Albrecht Maier das Unternehmen sanieren und gleichzeitig zukunftsfähig aufstellen.

„Der Geschäftsbetrieb der AWG geht trotz des eingeleiteten Schutzschirmverfahrens ohne Einschränkungen weiter“, betont Rechtsanwalt Martin Mucha von der Kanzlei Grub Brugger. Der erfahrene Sanierungsexperte ist für die Dauer des Verfahrens als Generalbevollmächtigter in das Unternehmen eingetreten und unterstützt die Geschäftsführung bei der Restrukturierung. Die Löhne und Gehälter der rund 2.900 Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld bis Ende April gesichert. „Das verschafft uns Luft, um in den nächsten drei Monaten die Restrukturierung und die Sanierung der AWG voranzutreiben“, so Mucha.

Die Eigen­verwaltung bietet Unternehmen einen rechtlichen Rahmen, um sich bei laufendem Geschäftsbetrieb in enger Abstimmung mit den Gläubigern neu aufzustellen. Im Unterschied zu einem regulären Insolvenzverfahren bleibt dabei die unternehmerische Verantwortung in den Händen der Geschäftsführung, die die Sanierung selbst steuert. Das Insolvenzrecht erlaubt dies in Fällen, in denen Unternehmen bei wirtschaftlichen Problemen frühzeitig selbst tätig werden und genügend Handlungsspielraum für eine Lösung besteht. Beides ist bei der AWG der Fall. In der Eigen­verwaltung setzt das zuständige Amtsgericht keinen Insolvenzverwalter, sondern einen sogenannten Sachwalter ein. Dieser überwacht ähnlich wie ein Aufsichtsrat das Verfahren im Interesse der Gläubiger. Als vorläufiger Sachwalter wurde Dr. Holger Leichtle von der Kanzlei Schultze & Braun bestellt. Für die rechtliche Begleitung des Sanierungsprozesses ist Dr. Thilo Schultze, ebenfalls von der Kanzlei Grub Brugger, verantwortlich.

AWG gehört zu den 50 größten Textilhändlern in Deutschland. Rund 2.900 Mitarbeiter erwirtschafteten in den knapp 300 Filialen rund 290 Millionen Euro. Das Unternehmen führt ein textiles Vollsortiment für Damen, Herren und Kinder, Arbeitsbekleidung, Sport- und Badebekleidung sowie Bettwaren und Wäsche – von guter Qualität zu günstigen Preisen. Zum Unternehmen gehören zudem Franchise-Stores der Marken S. Oliver, Esprit und Tom Tailor. Michael Weccardt wurde als Geschäftsführer abberufen.

Albrecht Maier, Geschäftsführer von AWG, erklärt: „Ich will alles daran setzen, damit wir die Arbeitsplätze bei AWG erhalten können. Meine Mitarbeiter und ich waren immer eine große Familie – gemeinsam werden wir auch diese schwere Situation meistern. Und ich hoffe natürlich auch, dass uns unsere Stammkunden weiterhin die Treue halten, gerade jetzt in dieser schwierigen Zeit.“ Albrecht Maier leitet das Unternehmen seit 1976 als Geschäftsführer.

Über die AWG Allgemeine Warenvertriebs-GmbH
Mit über 3,5 Millionen Stammkunden und zahlreichen Auszeichnungen für höchste Kundentreue zählt AWG zu den 50 größten Textilhändlern in Deutschland. Das Unternehmen mit Sitz in Köngen hat zuletzt einen Umsatz von rund 290 Millionen Euro erwirtschaftet und beschäftigt 2.900 Mitarbeiter. Die rund 290 Filialen bundesweit findet man in Einkaufszentren, Kleinstädten und Stadtrandlagen, insbesondere auch in den neuen Bundesländern. AWG bezieht Waren aus Produktionsstätten in Fernost, Südasien und Europa. Auf rund 170.000 Quadratmetern Verkaufsfläche präsentiert das Unternehmen eine Vielzahl an Marken und Produkten mit hohem Alleinstellungsmerkmal. Dazu gehören Bekleidung für Damen, Herren und Kinder, Arbeitsbekleidung, Sport- und Badebekleidung bis hin zu Bett-, Tisch- und Nachtwäsche sowie Wohnaccessoires und vieles mehr. Zum Unternehmen gehören zudem Franchise-Stores der Marken S. Oliver, Esprit und Tom Tailor. www.awg-mode.de

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