Infobrief Steuerberatung
Ausgabe I/2018

IV. Steuerliche Förderung der Elektromobilität

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt den CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2020 im Vergleich zum Jahr 1990 um mindestens 40 % zu senken. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen auch im Straßenverkehr die Emissionen reduziert werden. Dies soll durch eine deutliche Steigerung des Anteils an Elektrofahrzeugen erreicht werden.

Nach dem Bundestag hat auch der Bundesrat im Oktober 2016 dem Gesetzt zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität im Straßenverkehr zugestimmt. Die beschlossene Förderung wird einen Umfang von rund 1 Mrd. EUR umfassen und sich auf drei Bereiche erstrecken:

  • Eine Kraftfahrzeugsteuerbefreiung,
  • den Ausbau der Ladeinfrastruktur und
  • die Gewährung von Kaufprämien.

Kraftfahrzeugsteuerbefreiung

Für seit dem 01.01.2016 erstmals zugelassene Elektrofahrzeuge galt eine fünfjährige Kfz-Steuerbefreiung. Diese Befreiung wird nun rückwirkend geändert und auf einen Zeitraum von zehn Jahren ausgeweitet. Diese Regelung gilt für Zulassungen bis zum 31.12.2020.

Diese Befreiung ist nun auch bei technisch angemessenen, verkehrsrechtlich genehmigten Elektro-Umrüstungen möglich.

Ausbau der Ladeinfrastruktur

Nach dem Willen des Gesetzgebers sollen sich die Arbeitgeber stärker am Ausbau der Ladeinfrastruktur beteiligen. Deshalb wird eine Steuerbefreiung für vom Arbeitgeber gewährte Vorteile für das Aufladen eines privaten Elektrofahrzeugs oder eines Dienstwagens im Betrieb des Arbeitgebers eingeführt. Dabei ist es unerheblich, ob der Arbeitgeber die Aufladung unentgeltlich oder verbilligt ermöglicht.

Zudem wird auch eine unentgeltliche oder verbilligte Überlassung von Ladevorrichtungen an Arbeitnehmer begünstigt. Diese Überlassung kann mit 25 % pauschal lohnversteuert werden. Trägt der Arbeitnehmer die Aufwendungen für den Erwerb und den Betrieb einer Ladevorrichtung selbst, kann der Arbeitgeber für diese Aufwendungen einen Zuschuss gewähren. Dieser Zuschuss kann auch pauschal mit 25 % besteuert werden.

In beiden Varianten wird jedoch vorausgesetzt, dass die Vorteile zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Eine Entgeltumwandlung wird nicht begünstigt.

Gewährung von Kaufprämien

Seit Juli 2016 können Erwerber eines neuen, erstmals zugelassenen elektrisch betriebenen Fahrzeugs beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) eine Prämie in Höhe von 4.000 € für elektrische Fahrzeuge und eine Prämie in Höhe von 3.000 € für Plug-In-Hybride beantragen. Diese Prämien sollen die nicht unwesentlichen Mehrkosten bei Anschaffung eines Elektrofahrzeuges gegenüber eines konventionellen Fahrzeugs reduzieren.

Die Kaufprämie wird so lange gewährt, bis die bereitgestellten Bundesmittel von 600 Mio. € aufgebraucht sind, längstens aber bis 30. Juni 2019.


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