Infobrief Steuerberatung
Ausgabe I/2018

II. Private Kfz-Nutzung: Zuzahlungen des Arbeitnehmers bei Pkw-Gestellung durch den Arbeitgeber

Überlässt der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer einen betrieblichen Pkw zur privaten Nutzung, ist der geldwerte Vorteil der privaten Nutzung als Arbeitslohn zu erfassen. Mit zwei Urteilen vom 30.11.2016 hat der BFH seine bisherige Rechtsprechung hinsichtlich der Behandlung von Zuzahlungen und Kostentragungen von Arbeitnehmern bei Pkw-Gestellung zugunsten der Arbeitnehmer angepasst. Jede Zuzahlung und auch alle Formen der Kostentragung eines Arbeitnehmers kürzen nunmehr den geldwerten Vorteil, den dieser aufgrund einer Pkw-Gestellung durch den Arbeitgeber zu versteuern hat. Die gilt unabhängig davon, ob der geldwerte Vorteil nach der 1%-Regelung oder der Fahrtenbuchmethode ermittelt wird.

Der Arbeitnehmer muss alle Unterlagen über selbst getragene Kosten nicht nur aufbewahren, sondern diese auch rechtzeitig seinem Arbeitgeber aushändigen. Nur so ist dieser in der Lage, von den Kosten, die vom Arbeitnehmer selbst getragen wurden, Kenntnis zu erlangen und in der Folge den geldwerten Vorteil zu kürzen. Der BFH äußert sich hierzu unmissverständlich: Es sei „Sache des Arbeitnehmers, die von ihm selbst getragenen Kfz-Kosten geltend zu machen und belastbar nachzuweisen.“

Wichtig: Eine vorteilsmindernde Berücksichtigung der vom Arbeitnehmer getragenen Aufwendungen kann nur erfolgen, wenn dieser den eigenen Aufwand belastbar nachweist. Arbeitnehmer sollten daher ihre eigenen Aufwendungen wie bspw. übernommene Versicherungsbeiträge oder Tankkosten nachvollziehbar dokumentieren.

Der Wert des geldwerten Vorteils aus der Pkw-Gestellung durch die vom Arbeitnehmer gezahlte Zuzahlung oder Kostentragung kann lediglich bis zu einem Betrag von 0 Euro gemindert werden. Ein negativer geldwerter Vorteil kann aus der Pkw-Gestellung zur Privatnutzung auch dann nicht entstehen, wenn die vom Arbeitnehmer gezahlte Zuzahlung oder Kostentragung den Wert der privaten Kfz-Nutzung sowie der Nutzung zu Fahrten zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte übersteigt. Auch ein Werbungskostenabzug in Höhe des negativen geldwerten Vorteils ist nicht zulässig.


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