Corona:
Finanzierung

Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft weiterhin fest im Griff. Unternehmen müssen ihre Produktion drosseln oder sogar ganz herunterfahren, Gewerbebetriebe, Gastronomie- und Freizeiteinrichtungen müssen auf behördliche Anordnung schließen, Veranstalter müssen ihre Events absagen. Schnell stellt sich da die Frage: Wie kann ich mit meinem Unternehmen unter diesen Umständen weitermachen? Wie komme ich an Einnahmen, um meine Rechnungen zu bezahlen? Welche staatlichen Hilfen gibt es für mein Unternehmen? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Liquidität sichern und Ihr Unternehmen stabilisieren.

Wir haben die verschiedenen Maßnahmen des Bundes, einschließlich der Überbrückungshilfen sowie der November- und Dezemberhilfen, HIER für Sie in einer Übersicht zusammengestellt.

Die Maßnahmen der Bundesländer finden Sie hier auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums HIER im Überblick.

Gegenmaßnahmen einleiten – Staatliche Hilfen nutzen!

Zur Beschaffung von Liquidität hat die Bundesregierung die „Bazooka“ ausgepackt: Mittlere und große Unternehmen können verschiedene, ganz erheblich aufgestockte Programme der KfW in Anspruch nehmen. Die konkrete Abwicklung erfolgt dann meist über die jeweilige Hausbank.

Seit dem 5. April gibt es für kleine und mittlere Unternehmen ein zusätzliches Förderprogramm, den KfW-Schnellkredit. Er steht bis zum 30. Juni 2021 Unternehmen mit mehr als zehn Beschäftigten zur Verfügung, die seit mindestens 1. Januar 2019 am Markt aktiv waren. Das Kreditvolumen beträgt bis zu drei Monatsumsätze des Jahres 2019. Es ist für Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten auf 800 000 Euro, für Unternehmen mit bis zu 50 Beschäftigten auf 500 000 Euro begrenzt. Das Unternehmen darf zum 31. Dezember 2019 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein und muss geordnete wirtschaftliche Verhältnisse aufweisen. Der Zinssatz beträgt drei Prozent bei einer Laufzeit von zehn Jahren. Die ausgebende Bank erhält eine Haftungsfreistellung in voller Höhe durch die KfW, abgesichert durch eine Garantie des Bundes. Der Kredit wird ohne weitere Risikoprüfung durch die Bank oder die KfW bewilligt, um den Kredit so schnell wie möglich auszahlen zu können.

Seit dem 21. Oktober 2020 können nicht mehr nur die Kleinstunternehmen, sondern kleine und mittlere Unternehmen aller Branchen sowie Soloselbständige und Freiberufler, die von Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung besonders stark betroffen sind, die sogenannte Überbrückungshilfe II für die Monate September bis Dezember 2020 beantragen. Damit erhalten sie direkte Zuschüsse zu den betrieblichen Fixkosten, die sie nicht zurückzahlen müssen. Die Bedingungen dafür hat die Bundesregierung erleichtert. So fällt die bisherige Deckelung auf maximal 15 000 Euro weg. Unternehmen, die weiterhin aufgrund der Pandemie nahezu vollständig stillstehen (zum Beispiel Schaustellerbetriebe oder Unternehmen der Veranstaltungsbranche), können höhere Fördersätze beantragen. Antragsberechtigt sind auch Unternehmen, deren Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent eingebrochen ist.

Zusätzlich fördert die Überbrückungshilfe II in Zeiten wieder steigender Infektionszahlen selbst Maßnahmen zur zeitlich befristeten Verlagerung des Geschäftsbetriebs in Außenbereiche, in denen Ansteckungsrisiken geringer sind. Damit werden auch Heizpilze oder Außenzelte gefördert. Die Anträge auf Überbrückungshilfe II stellt ein „prüfender Dritter“, also ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigter Buchprüfer oder Rechtsanwalt, der das Unternehmen bereits gut kennt. So sollen die Anträge schnell beschieden und Hilfen zügig ausgezahlt werden. Die Überbrückungshilfe II kann noch bis zum 31. März 2021 beantragt werden.

Mit der Überbrückungshilfe III werden Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufliche aller Branchen mit einem Jahresumsatz bis zu 750 Millionen Euro unterstützt, die im Zeitraum von November 2020 bis Juni 2021 einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 Prozent im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019 verzeichnen können. Die Antragstellung erfolgt über prüfende Dritte. Anträge können bis zum 31. August 2021 gestellt werden. Erstattet werden abhängig vom Umfang des Umsatzeinbruchs bis zu 90% der förderfähigen Fixkosten, maximal jedoch 1,5 Mio. Euro.

Für Künstler, Kleinunternehmer und Kleinselbständige wurde der Zugang zu Leistungen der Grundsicherung erleichtert. Insbesondere sollen die Regelungen zum Schonvermögen beim Antrag auf Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II, etwa auf Bezug des Arbeitslosengeldes II (auch Hartz IV genannt), großzügiger ausgelegt werden.

Soziale Dienstleister wie Rehabilitationseinrichtungen, Anbieter von Sprachkursen, Werkstätten für Menschen mit Handicap und ähnliche Organisationen profitieren ebenfalls von speziellen Regelungen, die derartige Einrichtungen vor pandemiebedingter Existenzgefährdung schützen sollen. Auch diese Regeln wurden verlängert.

Auch die einzelnen Bundesländer haben reagiert und eigene, im Detail sehr unterschiedliche Förderprogramme für die jeweils heimische Wirtschaft initiiert. Die Voraussetzungen für die Auszahlung solcher Darlehensmittel oder Direkthilfen sind je nach Programm sehr unterschiedlich. Wir helfen Ihnen gerne dabei, möglichst schnell und unkompliziert diese Mittel in Anspruch zu nehmen. Soweit hierfür fachkundige Bescheinigungen erforderlich sind, kann Schultze & Braun diese selbst beisteuern. Sprechen Sie uns jederzeit gerne an.

Darüber hinaus können alternative Finanzierungmöglichkeiten wie Factoring, Wareneinkaufsfinanzierung, Sale-&-Lease-back-Transaktionen oder der Verkauf nicht betriebsnotwendiger Vermögensgegenstände genutzt werden, die vielfach in wirtschaftlichen Krisen erprobt sind.

Drohen sonstige Finanzierer ihre Finanzierungen zu kündigen, weil beispielsweise bestimmte Bedingungen des Finanzierungsvertrags nicht mehr erfüllt werden können, sollte der Geschäftsführer frühzeitig eine Verhandlungslösung suchen und gegebenenfalls zusätzlichen Liquiditätsbedarf einplanen. Kleinunternehmen können unter Umständen in den Genuss neuer gesetzlicher Möglichkeiten wie eines Zahlungsmoratoriums oder eines zeitlich beschränkten Leistungsverweigerungsrechts kommen, um durch bestehende Zahlungspflichten angesichts der Corona-Krise nicht zahlungsunfähig zu werden.


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